Reisebericht Tirol-Berlin-Tirol Pfingsten 2008

Besonders für alle aus dem Schwalbennest:

Hier der längst überfällige Reisebericht meiner "Jungfernfahrt" zu Pfingsten 2008 nach Berlin..

von Tirol aus. Im Winter 2007/2008 hatte ich meine Simme unter den Augen meines Freundes

und Nachbars Wasti komplett zerlegt und in Hammerschlagblau lackiert. Beim Basteln und den

einen oder anderen Bier kamen dann immer wieder skeptische Kommentare über diese

"Russentechnik" und irgendwie wurde währenddessen die Idee der Berlinfahrt geboren...

Ursprünglich eher als Trotz zum Beweis der Zuverlässigkeit, aber je näher der Termin kam

desto mehr rückte das in den Hintergrund. Also ging es kurz vor Pfingsten bei diesem Wetter

in der Nähe von Walchsee/Tirol los: 

Die Grenze war nach 15km erreicht, da wusste ich noch nichts vom unfreiwilligen Stop in 2 km Entfernung..

Gleich nach einer halben Stunde Fahrt war plötzlich der Motor aus. Tot. Komplett weg.

Fängt ja gut an.. Aber der Fehler war schnell gefunden: am Vorabend bekam die Gute noch

ne neue Isolator-Zündkerze spendiert.. und da hatte ich wohl den Stecker nicht wieder richtig

aufgesteckt. Also gings weiter Richtung Rosenheim. An der erstbesten Tanke dann sofort ge-

stoppt und einen Atlas gekauft, denn die vorgesehenen Routenplanerzettel haben sich schon

nach diesen 30km in Bezug auf Ausweichstrecken als ETWAS unflexibel gezeigt.. ;) .

Und auf der Karte sah ich dann, das ich bis Berlin eigentlich nur gerade nach oben muss..

und so ging es weiter..

 

Vorbei an so wunderschönen Städtchen wie Wasserburg... durch das bayrische Alpenvorland.

Der Atlas ist Gold wert, es werden ab sofort keine Landstraßen gefahren, sondern nur noch

die weißen Kleinen.. immer gerade hoch. Die Kartenseiten purzeln.

Am Anstieg in den Bayrischen Wald hoch dann die zweite Panne. Plötzlich geht Vollgas nicht mehr,

im Teillastbereich geht sie wie immer. Irgendwie kann ich mir da einen Reim drauf machen..

und so ist das dann das einzige Mal das ich den Maulschlüssel brauche. Siehe da: hat sich

ein kleines Roststückchen in die Düse verirrt. Nach ner Viertelstunde gehts weiter.

Am Abend in Waidhaus ne kleine Pension gesucht (gar nicht so einfach) und am nächsten Tag

kurz nach Sonnenaufgang dann durch die Tschechei.

Die Tschechei hat die schönsten Straßen zum Schwalbefahren. Kaum Autos, viele Bäume

und keine so deutsch-überpflegten Straßenränder sondern verwachsen und drum

auch viele Blumen. Die Kirschbäume haben gerade alle geblüht.. inkl. Schneefall aus Blüten,

wenn ne kleine Windböhe kommt...

 

Just a Dream  

 

 

 l

Vom Erzgebirge hab ich leider keine Bilder..ich wollte zügig nach Chemnitz vor der Dunkelheit und

die MEK-ler fahren zum k***en agressiv, besonders gegenüber kleinen Vögelchen.

 

 Am Ende des zweiten Tages dann Zwischenstop bei Winne und Gabi nahe Chemnitz.

Ab da geht am dritten Tag die Fahrt mit Wasti als Sozius weiter, eher spontan als geplant.. ich bin

ja mal gespannt...skeptisch bin ich ja schon..

Auf der Ebene gehts super, nur 5km/h weniger als allein, aber wehe ein kleines Bergchen kommt.... 1.Gang.

Zum Glück gehts nur noch durchs Muldental und ab Torgau wirds flach.

 BERLIN! BERLIN! Wir fahren nach BERLIN!

 Klosterbuch. Ein Bierchen darf hier schon sein, auch wenns erst Vormittag ist.

 Auch manch Abkürzung wurde gefahren.. so gerade wie möglich nach Berlin!

Torgau. Nen guten Döner gefuttert und weiter. Ab hier rollts. Eher langweilig durch Brandenburg,

gerade Straßen 15km lang, flaches Land, aber es rollt und das Wetter ist super.

Abkürzung hin oder her...vieleicht hätten wir kurz nach Torgau doch nicht in die Militärische Sperrzone

fahren sollen..

Denn merke: SAND IST SCHEIßE! Mein erster Sturz mit der Schwalbe, und dann auch noch

mit Sozius, war im Sperrgebiet auf lockerem Sand. Zum Glück außer dem Schreck nix passiert..naja,

Lenker bißchen schief.. Ist ja schnell gerichtet.

 

 

 "Kurz" vor Berlin..

 

 

 

Da sag noch ma wer was gegen Grafitti! Das wäre sonst ein stinknormales Trafohaus in mausgrau..

Mit der Schwalbe auf der Autobahn..?

BERLIN! BERLIN! Wir sind jetzt in BERLIN!

Da denken Wir noch: Geschafft! ..

Aber das es jetzt noch 25km im Nachmittagsverkehr durch Berlin geht haben wir vergessen..

Wasti findets als Sozius ja ganz lustig.. Aber ich?.. 3Gang-Schwalbe, Hecklastig, Sozius, Verkehr, BERLIN!..

..."Na fahr halt ma gscheit!".... Ich konnts ni mehr hören!

Nach etwa 800km und 3 Tagen Ziel erreicht. Perfekt zum Sonnenuntergang. Berlin, Warschauer Straße.

 

 

Karneval der Kulturen

Und was macht man(n) nun zu Pfingsten in Berlin? Man geht natürlich zum Karneval der Kulturen.

 

 

 

 

Ab hier seh ich alles doppelt.. 

 

 

 

Die Rückfahrt

gestaltete sich als noch entspannter als die Hinfahrt.. schließlich war ich ja schon in Berlin.. ;)

leider zu wenig Fotos gemacht..

 Meißen an der Elbe, kurz vor meinem Tagesziel: Freiberg/Sa., meinem Geburtsort.

am Tag 2 der Rückfahrt: Bergwerg Pockau im Erzgebirge

 und fast schon obligatorisch bei DEM Weg: Fichtelberg

 Wie bei der Hinfahrt schon wunderschön: die Straßen bei den Tschechen..

Das hier ist eine weiße Verbindungsstraße...

 Nein, noch nicht Tirol...

 aber so ne Schwalbe sieht man halt selten..:)

 Bedarf es Worten?

 Und wieder der Bayrische Wald.

 Technisch, Wetter-sowie Simme-mäßig, war auch die Rückfahrt ohne Vorkommnisse. Perfekt!

Hier die Querung der Donau:

 Das täuscht! Wir haben Föhn, das sind noch 80km!

aber das Ziel kommt näher..

 Schloss Neubeuern

 ich sag doch: Perfekt!

 

bei Dämmerung am Ziel

 

 Fazit: Sofort wieder! (mein nächstes Projekt geht aber auf den Großglockner oder/und nach Italien)

Daten: 1550km, 3,2l/100km, 6Tage reine Fahrzeit (mit vielen Pausen).

 

Gepäck: Klamotten, Werkzeug, Papierkarte, Buch, Fotoapparat, Öl, Wasser

Ersatzteile: Schwimmer, Düsensatz,Kondensator, Lampen(Brems+Front), 2 Isolator,

ein paar Schrauben, Ersatzschlüssel

Werkzeug: nicht viel, was man halt so findet.. ein paar Maulschlüssel, Polradabzieher,

Schraubendreher, Zündkerzenschlüssel, Papierscheibe zum ZZP-einstellen..

Warum kein Ersatzschlauch? Ich hätte im Falle des Falles die Reifen sowieso NIE ohne profesionelle

Hilfe runterbekommen so Sch***e wie die draufgingen. Zum Glück ist die Freundin beim ADAC..;)

 

Ich würde es sofort wieder tun.

 

Danke an Heike, Mutti, Winne, Gabi, Andi,Wasti.

Und besonders an Wolfi für die Schwalbe. :) 

Ende

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